Warum wacht mein Kind nachts stündlich auf?

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WARUM WACHT MEIN KIND NACHTS STÜNDLICH AUF?

Das fragen sich wohl die meisten Eltern von Babys und auch von Kleinkindern. Häufig wird ihnen von ‚erfahrenen‘ Müttern oder den Medien suggeriert, es sei normal, dass Babys schon in den ersten Wochen nach der Geburt acht bis zehn Stunden in der Nacht durchschlafen. Andernfalls liegt es nahe, dass das Kind unter einem Schlafproblem leidet oder auch die Eltern etwas falsch machen. 

EIN ERBE DER EVOLUTION

Dabei ist es evolutionär gesehen völlig normal und sogar wichtig, dass Neugeborene und Babys (manchmal auch Kleinkinder), häufig erwachen in der Nacht. In der Steinzeit war Schlaf für ein kleines Baby eine sehr gefährliche Situation. Ohne ihre Bindungsperson waren sie komplett ungeschützt vor gefährlichen Tieren oder einem Kälteeinbruch und konnten sich ebenso wenig allein mit Nahrung versorgen. Für sie war es überlebenswichtig, sich immer in der Nähe ihrer Eltern aufzuhalten und auch regelmäßig zu prüfen, ob sie auch weiterhin in Sicherheit sind.

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Daher kann man sagen, dass unsere Babys noch immer Steinzeitgene in sich tragen, die darauf gepolt sind für die eigene Sicherheit zu sorgen. In der Nacht läuft also eine Art automatisches Checkup-Programm ab: Es wird nach jeder Schlafphase von 40-50 Minuten überprüft, ob noch alles ganz genauso ist wie beim Einschlafen.

„Liege ich noch sicher auf Mamas Arm?“, „Werde ich noch geschuckelt?“, „Kann ich noch an der Brust saugen oder habe ich noch meinen Schnuller?“, „Höre ich Papa noch atmen oder singen?“

„Oh nein, ich liege plötzlich ganz allein in meinem Bettchen und ich sehe Mama und Papa nicht mehr!“

ALARMGLOCKEN AN

Das ist eine sehr wichtige Überlebensstrategie, denn ohne Schreien oder sich bemerkbar machen, wären die Babys in der Steinzeit Gefahr gelaufen, vergessen zu werden und ohne Schutz einem Säbelzahntiger ausgeliefert zu sein.

Erst im Laufe des ersten Lebensjahres und meist auch noch darüber hinaus, lernt das Baby, dass die Eltern immer da sind. Sie müssen Erfahrungen machen und durch unzählige Wiederholungen und schnelle Reaktionen der Bindungsperson die Gewissheit erlangen, dass alles in Ordnung ist und sie auch in Sicherheit sind, wenn Mama und Papa im Raum nebenan sitzen. Sie können nicht wissen, dass wir in einer Wohnung oder einem Haus mit abgeschlossener Tür und Heizung wohnen. Sie brauchen noch ein ureigenes Gefühl von Sicherheit, dass ihnen nur von uns Eltern vermittelt werden kann.

Mutter mit Baby auf dem Arm

Was können wir als Eltern also tun? Wir können ihnen immer wieder zeigen, dass wir da sind, sobald sie nach uns rufen und sie in ihrer Entwicklung begleiten. Solange, bis sie nachts aufwachen, merken, dass alles in Ordnung ist, sich umdrehen und weiterschlafen.

STRESSFREIE SCHLAFUMGEBUNG

Schlaf braucht eine stressfreie Umgebung, in der sich das Kind komplett fallen lassen kann. Denn Schlaf bedeutet auch immer Trennung von den Eltern, was eine zusätzliche Angst und Verunsicherung auslösen kann. Seid für eure Kinder da, gebt ihnen die maximale Sicherheit, gerade im ersten Lebensjahr. Denn umso mehr Zeit und Liebe ihr am Anfang investiert, desto schneller werden eure Kinder unabhängig und entwickeln ein gesundes Selbstbewusstsein – auch beim Thema Schlaf.

Fun Fact: Wusstet ihr, dass wir Erwachsene ebenfalls nach jedem Schlafzyklus (bei uns dauert er ca.  90 Minuten) aufwachen und alles checken? Wir wissen am nächsten Morgen nur nichts mehr davon.

Und habt ihr euch mal überlegt, wie es euch gehen würde, wenn ihr schön entspannt in eurem Bett, eingekuschelt in eure Decke, einschlafen würdet und dann wacht ihr mitten in der Nacht auf und friert, weil ihr auf jetzt auf einmal auf der Couch liegt und das ohne Decke… ziemlich gruselig, oder?

SABRINA POSER // SCHLAFBERATERIN FÜR BABYS & KLEINKINDER

SABRINA POSER // SCHLAFBERATERIN FÜR BABYS & KLEINKINDER

Ich bin Mama einer fast dreijährigen Tochter und ich habe eine Vision: Ich möchte, dass kein Kind mehr alleine Schreien gelassen wird, dass Eltern anfangen, ihre Kinder auf Augenhöhe zu betrachten und ihre Welt zu verstehen. Ich wünsche mir, dass alle alten Erziehungsweisheiten vergessen werden und alle Familienmitglieder zusammen in einer harmonischen Beziehung leben.

Als Schlafberaterin für Babys und Kleinkinder und „Kinder-besser-verstehen-Kursleiterin“ (i. A.) versuche ich, für unsere Kinder eine bessere Welt zu erschaffen. Ohne Machtkämpfe und ohne Gewalt - für mehr Verständnis sowie starke und selbstbewusste Kinder.

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