Baby Koliken was hilft

Mutter mit schreiendem Baby auf dem arm

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Wenn dein Baby weint und nichts hilft
- Eine Hebamme erklärt, was bei Bauchweh und Koliken wirklich beruhigt

Es ist 23 Uhr. Oder 2 Uhr. Oder 4. Dein Baby krümmt sich, wird rot im Gesicht, weint – und du hast schon alles versucht. Gestillt. Gewickelt. Getragen. Gepustet. Geschaukelt. Und trotzdem: das Weinen reißt nicht ab.

Wenn du das gerade liest, kennst du dieses Gefühl wahrscheinlich. Diese Mischung aus Erschöpfung und Hilflosigkeit, wenn dein Baby Schmerzen hat und du nicht weißt, wie du helfen sollst. Wenn die Nächte zu lang und die Tage zu laut werden. Wenn du dich fragst: Mache ich etwas falsch? 

Spoiler: Tust du nicht. Schreien gehört in den ersten Lebensmonaten zur normalen Entwicklung und ist kein Zeichen von Versagen. Babys können sich noch nicht anders ausdrücken und geraten schnell aus dem Gleichgewicht. Hunger, Müdigkeit, Überreizung, eine volle Windel oder eben: Bauchweh. Letzteres gehört zu den häufigsten Themen in den ersten Lebenswochen. Und zu den anstrengendsten.

SOFORT-TIPPS – Erste Hilfe in der Nacht: Was dein Baby sofort beruhigen kann.

Nähe und Enge spenden. Babys entspannen, wenn sie sich gehalten fühlen. Wie im Mutterleib. Tragen im Tuch, sanftes Wiegen, Pucken (lass es dir von deiner Hebamme zeigen).

Vertraute Geräusche. Sanft sprechen, summen, „Shhh“-Laute oder weißes Rauschen. Im Bauch war es nie still.

Saugen lassen. An der Brust, am Fläschchen, am Schnuller: Saugen ist für Babys ein natürlicher Weg zur Selbstregulation.

Reize reduzieren. Fernseher aus, Licht dimmen, weniger Programm. Was für dich entspannend ist, kann für dein Baby schon zu viel sein.

Wärme und Bauchmassage. Ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch, sanfte kreisende Bewegungen. Besonders hilfreich bei vermuteten Bauchschmerzen.

Und vor allem: Achte auch auf dich. Dein Baby spürt deine Anspannung. Gönn dir Pausen und lass dir helfen. Wenn dein Baby viel schreit und gar nichts mehr zu helfen scheint, kommst du irgendwann selbst an deine Grenzen. Eine Schreiambulanz kann dir in diesem Fall helfen. Sie ist unkompliziert und meist kostenfrei für dich da. Das ist kein Zeichen von Versagen, das ist klug.

Wenn die Sofort-Tipps nicht ausreichen: Ein Blick auf den Babydarm

Manchmal helfen Sofort-Maßnahmen nur kurz. Wenn dein Baby sich krümmt, rot wird, die Beinchen anzieht und immer wieder schreit – oft nach dem Trinken, oft abends, oft stundenlang -, kann der noch unreife Babydarm dahinterstecken. Stichwort: 3-Monats-Koliken.

Der Darm eines Neugeborenen ist nach der Geburt noch im Aufbau. Bakterien siedeln sich erst nach und nach an, das Mikrobiom muss sich finden – und das verläuft nicht immer reibungslos. Genau hier setzen viele Hebammen auf Probiotika bzw. Antikoliktropfen (z.B. von BiGaia), um den Darm sanft beim Aufbau zu unterstützen. Eine Lösung, die zwar nicht sofort wirkt, aber langfristig oft den entscheidenden Unterschied macht.

Wir haben mit Hebamme Nicole Luhmer gesprochen. Sie ist seit fast 20 Jahren in der Wochenbettbetreuung tätig und hat schon hunderte Familien durch diese Phase begleitet. Im Interview erklärt sie, woran du erkennst, ob dein Baby wirklich Bauchweh hat, was sofort helfen kann, was eher schadet… und worauf du dich verlassen kannst, wenn gerade nichts mehr zu funktionieren scheint.

EXPERTENINTERVIEW mit Hebamme Nicole Luhmer

Liebe Frau Luhmer, wann tritt das Thema Bauchweh bei Neugeborenen typischerweise zum ersten Mal in den Vordergrund?

In der Regel sind die ersten zwei Wochen bei den meisten Familien noch relativ ruhig. In dieser Phase kommen die Kinder erst einmal an. Ab der zweiten/dritten Woche werden die Kinder dann deutlich wacher, gucken mehr, werden unruhiger und weinen auch mehr. Dann greifen die für Deutschland typischen Verhaltensweisen, indem die Eltern schauen, ob das Kind Hunger hat oder die Windel gewechselt werden muss. Sind es diese Punkte nicht, hat das Kind Bauchschmerzen. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Woran kann man denn erkennen, ob das Baby unter Bauchschmerzen leidet oder andere Ursachen für das Schreien verantwortlich sind?

Tatsächlich sollte man immer zuerst die Ursache des Unwohlseins erforschen. Die Eltern müssen lernen, ihre Kinder zu lesen. Kinder weinen auf unterschiedliche Art – je nachdem, ob sie Hunger oder Schmerzen haben oder ob sie müde sind. Babys, die unter Bauchschmerzen leiden, krampfen sich meist rhythmisch zusammen. Sie machen sich immer wieder klein, drücken und bekommen einen roten Kopf. Typisch ist auch, dass sie die Schultern fallen lassen und zur Ruhe kommen, wenn sie in die Windel machen oder pupsen konnten.

Wie lassen sich Bauchweh bzw. Koliken zeitlich einordnen?

Säuglingskoliken werden häufig auch als 3-Monats-Koliken bezeichnet. Viele Eltern gehen davon aus, dass diese daher im Alter von 3 Monaten auftauchen. Doch dem ist nicht so. Sie dauern in der Regel 3 Monate, haben ihren Höhepunkt aber rund 6 Wochen nach Geburt. Und dann spielt natürlich der Darm eine große Rolle. Der Darm von Babys ist im Mutterleib völlig steril. Erst unter der Geburt und danach durch die Muttermilch kommt der Darm das erste Mal mit den Bakterien der Mutter in Kontakt, was zu einer Erstbesiedelung führt. Man weiß daher, dass eine vaginale Geburt plus Stillen der gesündeste Start für das Darmmikrobiom eines Babys ist. In der Regel ist es mit den Bauchschmerzen bei Neugeborenen so, dass sie häufig ab der zweiten Woche losgehen und in der vierten bis sechsten Woche den Höhepunkt erreichen.

Was können Eltern ausprobieren, um ihr Baby zu beruhigen und zu entlasten?

Als allererstes finde ich es immer gut, wenn Eltern mit Wärme, einer Bauchmassage oder „Fahrradfahren“, also die Beine abwechselnd sanft gegen den Bauch drücken, starten. Hilfreich kann es auch sein, das Kind mal auf den Bauch zu legen. Das ist auch für die Darmbewegung hilfreich, weil die Bauchmuskulatur von Säuglingen noch unheimlich weich ist. Wenn Gegendruck von außen entsteht, entlastet das den Darm.

Gibt es etwas, was zwar gut gemeint ist, aber eher den gegenteiligen Effekt auslöst?

Was beim Thema Unruhe immer ein großes Problem ist, ist ganz viel zu machen. Noch dazu viel in kurzer Reihenfolge. Ich weiß, dass es schwierig ist. Aber man muss das Weinen auch ein Stück weit aushalten können. Das Setzen von immer neuen Reizen verstärkt die Unruhe nur noch mehr. Insgesamt finde ich es immer gut, EINE Maßnahme zu ergreifen und zu schauen, ob sie wirkt. Wenn sie nicht wirkt, kann ich eine andere Maßnahme ausprobieren.

Wäre das der Punkt, an dem Sie sagen würden, dass man zusätzlich etwas ausprobieren sollte?

Ja, absolut. Grundsätzlich finde ich, dass man Maßnahmen drei, vier Tage probieren kann. Allerdings kommt es auch darauf an, welche Voraussetzungen das Baby mitbringt. Wie sind die Grundvoraussetzungen für das Darmmikrobiom? Wurde das Kind vaginal geboren, wird es gestillt, hat es oder die Mutter Antibiotika erhalten – all das kann den Aufbau eines gesunden Darmmikrobioms beeinflussen. Liegen in einem dieser Bereiche Defizite vor, würde ich deutlich früher Maßnahmen ergreifen, die über eine Bauchmassage hinausgehen.

Was ist für Sie eine bewährte weitergehende Unterstützung?

Wenn die grundlegende Ursache im Darmmikrobiom liegt, arbeite ich in der Regel mit Probiotika. Ich stelle meinen Eltern immer BiGaia Tropfen und Omnibiotic Panda vor und lasse sie wählen. Beide Präparate sind bereits lange auf dem Markt verfügbar. BiGaia enthält den Lactobazillus reuteri in Tropfenform, wodurch es sehr einfach zu verabreichen und zudem kostengünstiger ist. Die meisten Eltern entscheiden sich aufgrund der einfacheren Handhabung für die Tropfen.

Entschäumer werden hingegen nur eingesetzt, wenn auch tatsächlich eine Schaum- bzw. Luftproblematik vorliegt, das Kind also beispielsweise sehr unruhig trinkt und dadurch viel Luft schluckt. Bei einem unreifen Darm helfen sie nicht. Hier muss man das Darmmikrobiom langfristig aufbauen.

Probiotika gibt es mit und ohne Vitamin D - welches Präparat empfehlen Sie wem?

Es gibt in Deutschland die Empfehlung, allen Kindern ein Jahr lang Vitamin D zu verabreichen. Daher empfehle ich eigentlich immer die BiGaia Protectis Tropfen mit Vitamin D. Der Vorteil des Kombinationsproduktes aus Probiotikum und Vitamin D ist zusätzlich, dass man nur einen Trägerstoff hat. Nun hat die Kassenzahnärztliche Vereinigung jedoch vor ein paar Jahren ihre Empfehlungen dahingehend geändert, dass Fluorid auch bereits vor dem ersten Zahn gegeben werden soll und nicht erst ab dem ersten Zahn durch fluoridhaltige Zahnpasta. Die entsprechenden Tabletten enthalten neben Fluorid auch Vitamin D. Allerdings können sie in Einzelfällen zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Und die Eltern müssen bei mehreren Vitamin D Präparaten immer die Tageshöchstmenge im Blick haben und sollten diese nicht überschreiten. Darüber kläre ich die Eltern auf.

Wie verabreichen die Eltern die Tropfen am einfachsten? Kann man da etwas falsch machen?

Am einfachsten ist es, die Tropfen direkt aus dem Fläschchen in den Mund tropfen zu lassen. Dabei kann man letztendlich nichts falsch machen. Selbst, wenn mal ein Tropfen zu viel im Mund landet, passiert nichts.

Welche realistische Erwartung geben Sie Eltern: Was kann sich verbessern - und wie schnell?

Wenn man mit Probiotika arbeitet, gibt es keinen Wundererfolg am nächsten Tag. Das ist etwas, das sich über die Zeit aufbaut. Ein, zwei Wochen muss man da auf jeden Fall einplanen. Auch die Eltern melden mir zurück, dass es nach zwei bis drei Wochen in der Regel besser wird. 

Wie können Sie Eltern in einer Kolik-Phase des Kindes mit einem kurzen Satz Sicherheit geben?

Auch das geht vorbei. Das wird innerhalb der nächsten Wochen besser. Das schaffen wir. Zeit, Zuwendung und Pflege führen dazu, dass das Thema Bauchschmerzen endlich ist.

Vielen Dank für das Interview!

Wir hoffen, vielen Mamas kann Ihr weitergegebenes Wissen eine Hilfe sein.

EXPERTEN-WISSEN: WAS SIND EIGENTLICH PROBIOTIKA? 

Der Stamm macht die Musik 

Probiotika sind Mikroorganismen. Sie werden nach Gattung, Spezies und Stamm klassifiziert. Daher können zwei Probiotika zwar derselben Spezies angehören – also beispielsweise ein Milchsäurebakterium sein – aber aufgrund unterschiedlicher Stämme grundlegend verschiedene Effekte haben. Die Auswirkungen auf ein Mikrobiom, wie die Darmflora, können deshalb nicht miteinander verglichen werden. Der in BiGaia Produkten enthaltene L. reuteri DSM 17938 hat die Fähigkeit, sich im Darm anzusiedeln. Dort reguliert er nachweislich die Darmbewegungen, reduziert den Schmerz und stärkt die Darmwand. Zudem wurde er aus Muttermilch gewonnen, was ihn speziell für Säuglinge sehr verträglich macht.

Darüber hinaus haben Wissenschaftler festgestellt, dass „viel nicht immer viel hilft“. Eine höhere Anzahl an Bakterienstämmen führt nicht automatisch zu einer besseren Darmflora. Insbesondere, wenn die verabreichten Stämme nicht individuell klinisch in ihrer Interaktion untereinander und der Fähigkeit, sich im Darm anzusiedeln überprüft wurden.

– Prof. Dr. med. Karl Zwiauer, St. Pölten

UNSERE ZUSAMMENFASSUNG:
WAS BEI BABY-BAUCHWEH HELFEN KANN

Zusammengefasst aus dem Gespräch mit Hebamme Nicole Luhmer:

1. Erst lesen, dann handelnBauchweh-Babys krampfen sich rhythmisch zusammen, machen sich klein, drücken und bekommen einen roten Kopf. Wenn dein Baby pupsen oder in die Windel machen konnte und danach ruhiger wird, war es wahrscheinlich der Bauch.

2. Wärme – ein warmes Kirschkern- oder Traubenkernkissen sanft auf den Babybauch legen.

3. Bauchmassage – kreisende, sanfte Bewegungen im Uhrzeigersinn auf dem Babybauch.

4. „Fahrradfahren“ – die Beinchen abwechselnd ganz sanft Richtung Bauch drücken. Hilft beim Lösen von Luft im Darm.

5. Bauchlage (im wachen Zustand!) – immer wieder mal das Baby unter Beobachtung auf den Bauch legen. Der sanfte Gegendruck entlastet den Darm.

6. Eine Maßnahme – und durchhalten – nicht von Maßnahme zu Maßnahme springen. Immer eine Sache ausprobieren und schauen, ob sie wirkt. Zu viele Reize hintereinander verstärken die Unruhe.

7. Das Weinen aushalten dürfen – manchmal hilft kein Trick sofort. Nähe, Tragen und deine Stimme sind dann das Wertvollste.

8. Drei bis vier Tage testen – Eine Maßnahme braucht Zeit, um zu zeigen, ob sie wirkt. Erst dann zur nächsten wechseln.

9. Bei Darm-Themen tiefer ansetzen – Wenn Sofortmaßnahmen nicht ausreichen, kann ein Probiotikum (z.B. BiGaia Tropfen) das Darmmikrobiom langfristig aufbauen. Geduld einplanen: Wirkung zeigt sich meist nach 2–3 Wochen.

10. Daran festhalten: Es geht vorbei – Der Höhepunkt liegt rund 6 Wochen nach der Geburt. Danach wird es Schritt für Schritt besser. Versprochen.

Liebe Mama, du machst das großartig. Auch in den Nächten, in denen es sich nicht so anfühlt. Und falls du gerade mitten in dieser Phase steckst und mit anderen Mamas darüber sprechen möchtest, die genau wissen, wie du dich fühlst – in der Momunity App findest du sie.
Bezahlte Kooperation: Dieser Artikel enthält werbliche Inhalte und ist in Zusammenarbeit mit dem genannten Unternehmen BiGaia entstanden.

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