Mein Baby schläft plötzlich so schlecht! Erklärung & Tipps

Schlafendes Baby

MEIN BABY SCHLÄFT PLÖTZLICH SO SCHLECHT! ERKLÄRUNGEN & TIPPS, WAS DU TUN KANNST

DIE 5 SCHLAFREGRESSIONEN, DIE JEDES BABY IN DEN ERSTEN ZWEI LEBENSJAHREN DURCHLÄUFT

– Gastbeitrag von Gloria Köhn

Unerwartet schläft euer Baby oder Kleinkind schlechter als zuvor? Es braucht viel länger als gewöhnlich, um in den Schlaf zu finden oder wacht nachts häufiger auf? Ihr fragt euch, woher das kommt und ob ihr unbeabsichtigt etwas verändert habt?

In diesem Beitrag stelle ich euch die fünf Schlafregression vor und gebe euch Tipps, wie ihr diese Phasen gemeinsam mit eurem kleinen Schatz erfolgreich bewältigen könnt.

WAS IST EINE SCHLAFREGRESSION?

Eine Schlafregression ist eine plötzlich auftretende Verschlechterung des Schlafverhaltens. ‚Regression‘ heißt aus medizinischer Sicht ‚Rückschritt‘. Diese Bezeichnung liegt darin begründet, dass der Babyschlaf, nachdem er sich gerade eingependelt hat, plötzlich wieder schlechter wird.

Doch diese vermeintlichen Rückschritte im Schlafverhalten, die Regressionen, zeigen eine große Veränderung in der Entwicklung der Kinder auf. Sie sind ein ganz normaler und natürlicher Prozess und hängen mit den Entwicklungsschüben zusammen, welche die Kinder in den ersten zwei Lebensjahren durchlaufen.

Kinder entwickeln sich in den Schlafregressionen sowohl motorisch als auch kognitiv weiter. Sie machen hierbei große Entwicklungssprünge, z. B. beginnen sie, sich auf den Bauch oder Rücken zu drehen, sie krabbeln oder ziehen sich hoch. Dabei spielt der Schlaf eine ungemein wichtige Rolle, denn die entdeckten Fähigkeiten verlangen dem Kind viel ab. Sie müssen im Gehirn entwickelt, verarbeitet und verankert werden.

Schlafend üben die Kleinen fleißig ihre neugewonnenen Entdeckungen. So ist es gut möglich, dass ein Kind sich auch im Schlaf kontinuierlich vom Rücken auf den Bauch dreht oder dass es, wenn es gerade das Aufrechtstehen entdeckt hat, sich nachts am Bettchen hochzieht, um in den Stand zu kommen.

In einer Schlafregression kann es vorkommen, dass dein Baby oder Kleinkind …

  • vermehrt in der Nacht aufwacht
  • am Tag früher aus seinem Schläfchen erwacht als gewollt
  • ein Schläfchen auslässt
  • anhänglicher und quengeliger ist
  • Wachphasen in der Nacht hat
  • das Einschlafen schwieriger wird und länger dauert
  • ab ca. 4 oder 5 Uhr unruhiger wird und die Nacht ggf. sogar vorbei ist
babyschlaf-2

Eine Schlafregression dauert meist um die zwei bis sechs Wochen, wobei sechs Wochen eher selten vorkommen. Danach wird der Schlaf spürbar besser. Eine Ausnahme ist die 4-Monats-Schlafregression. Nach dieser können sich neue ungewollte Schlafschwierigkeiten mit einschleichen, die das Schlafverhalten erschweren. 

Du wünschst dir Austausch und hilfreiche Tipps von anderen Mamas?
Komm in die Momunity App!

DIE 5 SCHLAFREGRESSIONEN

1. 4-MONATS-SCHLAFREGRESSION (ZWISCHEN DEM 3. UND 5. LEBENSMONAT)

Die 4-Monats-Schlafregression ist die erste und gleichzeitig auch eine sehr besondere Regression. Denn ab dem 3. Lebensmonat und mit wachsender Hirnreife wandelt sich der „Neugeborenenschlaf“ nach und nach in den „Erwachsenenschlaf“ um.

Wir alle schlafen in Schlafzyklen, welche wir nachts miteinander verbinden. Bei uns Erwachsenen wechseln die Zyklen ungefähr nach 90 Minuten, bei Babys und Kleinkindern (je nach Alter) nach ca. 45 Minuten. Sobald die Kleinen (ab dem 3. Lebensmonat) beginnen, zyklisch zu schlafen – dieses Schlafverhalten bleibt dauerhaft erhalten– wächst auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie zwischen den Zyklen aufwachen und unsere Hilfe benötigen, um weiterschlafen zu können.

Nach jedem dieser Schlafzyklen überprüfen die Kinder ihre Umgebung auf Veränderungen und schlagen Alarm, wenn eine zu große Veränderung wahrzunehmen ist.

Diese anstrengende Zeit während und auch nach der 4-Monats-Schlafregression, ist für fast alle Eltern deutlich spürbar. Wir als Eltern müssen uns bewusst machen, dass dies eine ganz wichtige, normale und gesunde Phase ist, in der sich unser Baby rasant entwickelt und neue Fähigkeiten erwirbt.

2. 9-MONATS-SCHLAFREGRESSION (ZWISCHEN DEM 8. UND 10. LEBENSMONAT)

Während dieses Zeitraums beginnen viele Babys, die motorischen Fähigkeiten des Robbens oder Krabbelns zu entwickeln. Alles, was neu und spannend ist, will auch geübt werden – sowohl nachts als auch tagsüber.

Wie oben beschrieben, erbringt das Gehirn Hochleistungen und genau dies ist in dieser Zeit ein Grund für unruhigen Schlaf. Nicht nur wird eine neue motorische Fähigkeit erlernt, auch laufen kognitive Prozesse auf Hochtouren.

Kinder machen nun deutliche Unterschiede zwischen Personen aus. In diesem Alter findet die sogenannte Fremdelphase statt, in der die Babys lieber bei bekannten Bezugspersonen bleiben. Manchmal ist sogar der Papa für einen kleinen Zeitraum nicht gewollt.

WERDE MOMUNITY GASTAUTORIN

Du bist Expertin auf einem bestimmten Gebiet? Du hast etwas erlebt, das andere Mamas inspirieren, aufbauen oder unterstützen kann? Oder du möchtest von einem Thema berichten, das dir persönlich besonders am Herzen liegt? Wir freuen uns auf deine Geschichte als Momunity-Gastautorin!

3. 11-MONATS-SCHLAFREGRESSION (ZWISCHEN DEM 10. UND 12. LEBENSMONAT)

Die Kinder sind oder werden ein Jahr alt – dies ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Alter. Sie sind nun offiziell kein Baby mehr. Sie lernen vielleicht die ersten Wörter wie „Mama“ und „Papa“, können stehen oder gehen bereits erste Schritte.

In der 11-Monats-Schlafregression verringert sich der Tagschlaf vorübergehend und die Kinder werden interessierter an ihrer Umgebung. Sie sind in einer Phase, in der sie eigentlich zwei Tagesschläfchen bräuchten, um genügend neue Energie zu tanken und bereit für neue Herausforderungen zu sein – jedoch lassen sie meist eines der beiden ausfallen, um noch mehr zu entdecken.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Kinder reizoffener sind und vielleicht kaum Müdigkeitsanzeichen zeigen. Frühes Aufwachen und nächtliche Wachphasen können daraus resultieren.

Sobald die 11-Monats-Schlafregression vorbei ist, pendelt sich der Schlaf der Kinder wieder bei zwei Tagesschläfchen ein. Der endgültige Wechsel zu einem Schläfchen am Tag erfolgt bei den meisten Kindern erst im Alter von 15 bis 18 Monaten.

4. 18-MONATS-SCHLAFREGRESSION (ZWISCHEN DEM 17. UND 19. LEBENSMONAT)

In dieser Schlafregression sind die Kinder so weit entwickelt, dass sie wahrscheinlich laufen und bereits mehrere Wörter sprechen. Im Alltag spüren wir als Eltern langsam, dass unser Kind einen Sinn für Unabhängigkeit entwickelt. Die sogenannten Trotzanfälle kommen ab und an vor.

Besonders spannend ist nun, dass die Kleinen alles erkunden wollen. Spielen ist viel spannender als schlafen. Zudem können die Eck- und Backenzähne durchbrechen und den Schlaf stören.

Der Schlafbedarf verringert sich wieder und so schlafen die meisten Kinder spätestens in diesem Alter nur noch einmal am Tag. Auch Trennungsangst macht sich möglicherweise deutlich spürbar. So wird das Einschlafen manchmal etwas nervenaufreibend.

Diese Schlafregression kann zur Geduldsprobe werden. Die Kinder wollen spätestens ab jetzt kontrollieren und mitbestimmen, sie wollen entscheiden, ob sie schlafen gehen oder nicht. Wenn die Kinder über den Tag nicht auf ihren Schlafbedarf kommen, werden sie durch Übermüdung quengeliger und gereizter.

Genau jetzt setzt die Zeit ein, in der wir Eltern plötzlich anfangen, Grenzen zu setzen und Regeln aufzustellen, damit wir gemeinsam mit unseren Kindern einen schönen und harmonischen Alltag erleben können.

babyschlaf-3

5. 24-MONATS-SCHLAFREGRESSION (ZWISCHEN DEM 20. UND 24. LEBENSMONAT)

Um den zweiten Geburtstag herum vollziehen Kinder wieder einen großen Entwicklungsschritt. Sie üben sich im Klettern, Springen, entwickeln ihre eigenen Vorstellungen, wie etwas sein soll und werden selbstständiger. Vielleicht kommt auch Familienzuwachs hinzu oder die Eingewöhnung in die Kita steht an. All dies kann die Kinder in dieser Zeit bewegen und den Schlaf beeinflussen.

Der Mittagsschlaf wird oft uninteressant, wenn es so viel Neues zu entdecken gibt und kann für eine kurze Zeit ausfallen, kommt aber meist wieder zurück. Durch die aufkommende Müdigkeit am Abend ist es schwer, in den Schlaf zu finden, denn Übermüdung führt zu Stress und Stress wirkt sich sehr negativ auf den Schlaf aus.

HILFREICHE TIPPS, UM DIR UND DEINEM KIND SCHLECHTE SCHLAFPHASEN ZU ERLEICHTERN

1. GELASSEN BLEIBEN

Versuche, dich zu entspannen, die Phasen hinzunehmen und sie positiv zu sehen. Die Kleinen entwickeln sich und werden größer. Wenn wir als Eltern gelassen sind und nicht auf die Schlafregressionen warten oder sogar den Fokus auf Schlafschwierigkeiten legen, dann kann sich dein Kind auch besser erproben. Malt euch nicht im Vorhinein aus, wie die Schlafregression werden könnte.

2. FÜR REGELMÄßIGE MAHLZEITEN SORGEN

Dadurch, dass eure Kleinen sich in den Schlafregressionen rasant entwickeln, wächst auch ihr Energiebedarf. Viele Kinder sind am Tag sehr abgelenkt von ihrer Umgebung und wollen dann nachts in aller Ruhe gestillt werden oder verlangen die Flasche. Versuche, darauf zu achten, dass dein Baby oder Kleinkind über den Tag verteilt regelmäßig isst und trinkt. Eine reizarme Umgebung kann dabei helfen, den Fokus auf die Mahlzeit zu richten. Vor allem im 1. Lebensjahr ist der Kalorienbedarf erhöht und auch nächtliche Mahlzeiten sind wichtig. 

3. DA SEIN & GEDULD HABEN

Kinder brauchen im Allgemeinen natürlich viel Sicherheit, Vertrauen und Nähe. Versuche, gerade in anstrengenden Zeiten noch mehr für dein Kind da zu sein. Kuscheln, sich viel mit dem Kind beschäftigen und sich in seine neuen Bedürfnisse einfühlen, entspannt die Situation.

4. FESTE TAGESABLÄUFE SCHAFFEN

Wenn du merkst, dass dein Baby oder Kleinkind nicht auf seinen Schlafbedarf kommt, weil es beispielsweise zu aufgeregt ist, dann versuche, es in einer ruhigen Atmosphäre in den Schlaf zu begleiten. Vorzugsweise zu Hause, denn hier gibt es weniger Ablenkung – oder nutze unterwegs den Kinderwagen, die Trage, eine Autofahrt oder andere schlaffördernde Hilfen. Achte auf feste Tagesabläufe – diese geben den Kleinen Sicherheit. Es verändert sich so viel, dass eine Routine den nötigen Halt geben kann. Solltest du noch keine Routine eingeführt haben, dann ist es nun an der Zeit, sich um feste Abläufe zu bemühen. Allgemein ist tatsächlich deutlich zu erkennen, dass Kinder Routinen sehr zu schätzen wissen, nicht nur hinsichtlich ihres Schlafes.

5. ZEIT ZUM ÜBEN GEBEN

Räume deinem Kind Zeit ein, damit es seine neuen Fähigkeiten tagsüber üben und erproben kann. Bewege dich beispielsweise bewusst mit dem Baby auf dem Boden, übe das Krabbeln und das Sich-Drehen.

6. REIZARME SCHLAFUMGEBUNG SCHAFFEN

Dunkle das Zimmer ab, da ab dem 4. Lebensmonat Melatonin produziert wird und dies das Ein- und Durchschlafen erleichtert. Melatonin ist ein Hormon, welches den Tag-Nacht-Rhythmus steuert und bei Dunkelheit in der Zirbeldrüse ausgeschüttet wird. Dem Körper wird durch die Ausschüttung deutlich gemacht, dass nun Zeit für Ruhe ist. Der Energieverbrauch wird dann dementsprechend heruntergesetzt. 

7. HILFE HOLEN, WENN DU WELCHE BRAUCHST

Wenn du das Gefühl hast, einfach nicht mehr zu können und Entlastung innerhalb der Familie benötigst oder dir Unterstützung von Expert*innen wünschst, dann hol dir die erwünschte Hilfe! Wir müssen nicht immer alles aushalten und durchstehen. Es gibt Kinder, die so sensibel auf Schlafregressionen reagieren, dass eine frühzeitige Unterstützung eine große Entlastung für euch und euren gemeinsamen Alltag sein kann und wesentlich zu einer ganzheitlich gesunden Entwicklung deines Kindes beiträgt.

GLORIA KÖHN // GRÜNDERIN VON SCHLAFENTDECKER

GLORIA KÖHN // GRÜNDERIN VON SCHLAFENTDECKER

Ich bin Gloria, die Gründerin von Schlafentdecker, habe einen bezaubernden 20 Monate alten Sohn, bin verheiratet und komme aus Berlin.

Ich bin Sozialarbeiterin, Schlafberaterin für Babys und Kleinkinder und Mutter aus tiefstem Herzen.

In meinen Beratungen sehe ich Dich immer als den Experten Deiner Situation und es lohnt sich gemeinsam einen Weg für mehr Entspannung in der Familie zu gehen.

Bei jeder Schlafberatung liegt mein Fokus immer auf der Eltern-Kind-Bindung und den Bedürfnissen der gesamten Familie, vor allem aber die des Kindes.

Zur Website

Du möchtest noch mehr von
MOMUNITY entdecken?

Dann hol dir die App und profitiere vom Austausch und Miteinander mit tausenden anderen Mamas, wie Dir!

Wir sind auch auf Instagram.

Besuche uns doch mal.